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Erdgas
Was ist Erdgas?
Erdgas ist ein Naturgas, das vor ungefähr 600 Mio. Jahren entstanden ist. Tierische und pflanzliche Überreste haben sich vor Jahrmillionen auf dem Grund riesiger Ozeane abgelagert und wurden von Gesteins- und Erdschichten überdeckt. Unter hohem Druck und Sauerstoffabschluss setzte ein langwieriger chemischer Prozess ein, der diese organischen Substanzen in gasförmige Kohlenwasserstoffe umwandelte.
Wo wird Erdgas gefördert?
Etwa 20% des gesamten Erdgasbedarfes deckt die deutsche Gaswirtschaft aus heimischen Quellen. Weitere große Gasmengen kommen aus Russland (32%), aus den Niederlanden (24%) und aus Norwegen (21%).
Wie lange reichen die Reserven?
Alle heute bekannten Erdgasreserven, die mit den herkömmlichen Fördermöglichkeiten gewonnen werden können, reichen noch 70 Jahre. Nimmt man alle Ressourcen zusammen, reicht diese Energie noch für ca. 150 Jahre.
Erdgas - die Nummer 1 zur Beheizung
Erdgas ist für Deutschland ein relativ junger Energieträger. Erst Mitte der 60er Jahre begannen die Versorgungsunternehmen kontinuierlich ihre Eigengaserzeugung (Stadt- oder Kokereigas) einzustellen und auf Erdgas umzustellen. Die vielen Vorteile haben diesen Energieträger zur Nummer 1 für die Beheizung von Gebäuden werden lassen.
Die Vorteile von Erdgas
Versorgungssicherheit
Erdgas gewährleistet Versorgungssicherheit. Es steht zu jeder Tages- und Nachtzeit, im Winter wie im Sommer, aus zuverlässigen Quellen zur Verfügung. Langfristige Lieferverträge sichern nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft die Deckung des Bedarfs über Jahrzehnte hinaus.
Unterirdischer Transport
Über ein engmaschiges Leitungsnetz gelangt das Erdgas zum Kunden. Dadurch werden zum Beispiel in Ballungsgebieten die öffentlichen Verkehrswege entlastet und Emissionen vermieden.
Emissionsarmes Heizen
Die Verbrennungseigenschaften des Erdgases und seine chemische Zusammensetzung ermöglichen einen umweltschonenden Einsatz. Erdgas besteht überwiegend aus Wasserstoff und nur zu einem geringen Anteil aus Kohlenstoff. Schadstoffbildende Bestandteile, wie zum Beispiel Schwermetalle, Schwefel, Chlor oder Fluor, sind im Erdgas praktisch nicht vorhanden. Unabhängige Institutionen, wie zum Beispiel das Umweltbundesamt, haben bestätigt, daß Erdgas unter dem Gesichtspunkt der Luftreinhaltung ein besonders günstiger fossiler Energieträger ist.
Hohe Energieausnutzung
Spitzentechnologie ist bei Gasgeräten selbstverständlich. Das bedeutet hohe Wirkungsgrade und effiziente Energienutzung. Insbesondere trifft das auf Brennwertgeräte zu. Sie brauchen weniger Brennstoff, weil sie gegenüber herkömmlichen Heizkesseln zusätzlich die Wärme aus den Abgasen nutzen. Eingesparter Brennstoff ist der beste Beitrag zur Entlastung der Umwelt.
Platzgewinn
Zum Beispiel im Keller: Sie brauchen keinen Vorratsraum für Brennstoffe, einen nicht benötigten Lagerraum können Sie z.B. als Partykeller nutzen. Oder hatten Sie vielleicht schon immer den Wunsch, Ihre Modelleisenbahn aufzubauen?
Keine Bestell- und Liefertermine
Erdgas steht zu jeder Zeit, wann immer Sie es benötigen, zur Verfügung. Um Terminabsprachen für die Anlieferung brauchen Sie sich nicht zu kümmern.
Sicherheit
Die Geräte- und Anlagentechnik hat ein Sicherheitsniveau erreicht, das in Europa und weltweit vorbildlich ist. In kaum einem anderen Land der Erde sind die sicherheitstechnischen Anforderungen so weit entwickelt worden wie in Deutschland.
Der richtige Heizkostenvergleich
Womit man am kostengünstigsten heizt, darüber kann nur ein vollständiger Heizkostenvergleich Aufschluss geben, d.h. ein Vergleich aller Kosten pro Jahr der jeweiligen Heizungsart.
Die Ermittlung des Energieverbrauchs
Die Brennstoffkosten:
Das sind Kosten für die verbrauchte Energiemenge, die Zinskosten für die eingelagerten Brennstoffe und die Kosten für die benötigte Hilfsenergie
Die Kapitalkosten:
Abschreibung, Verzinsung und Instandhaltung für Kessel, Brenner, Einrichtungen für Brennstoffzufuhr, Umwälzpumpen, Regeleinrichtungen, Installation und Montage; für bauliche Maßnahmen: Heizraum, Schornstein, Brennstofflagerraum, Öltank, Anschlußkosten; für die Wärmeverteilung: Rohrleitungen, Armaturen, Heizflächen inkl. Montage
Die betriebsgebundenen Kosten:
Wartung, Schornsteinfegergebühren, ggf. Öltankreinigung, Heizkostenabrechnung
Die sonstigen Kosten:
Bedienung, Versicherung u.a.
Ein Vergleich nur der Brennstoffkosten ist irreführend, weil er unvollständig ist. Brennstoffkosten allein entscheiden nicht über die Kostengünstigkeit einer Heizungsart. Bei den derzeitigen Energiepreisen machen die Brennstoffkosten weniger als die Hälfte, z.B. etwa 30 - 40% der jeweiligen Gesamtkosten aus.
Eine zusätzliche Irreführung bei Brennstoffkostenvergleichen: Verglichen werden "Heizölpreise frei Keller" mit "Erdgaspreise frei Brenner".
Resümee
Die zunehmende Zahl von Erdgasanschlüssen in den Städten und Gemeinden zeigt, dass der Kunde die Entscheidung für ein Heizsystem auf Grund einer umfassenden Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, der Umweltfreundlichkeit, der rationellen Energieverwendung und des Anwendungskomforts trifft. Mögliche kurzfristige Energiepreisvorteile beim Heizöl sind für ihn nicht entscheidend. Für ihn zählen die Gesamtkosten und die anderen nicht kostenmäßig erfassbaren Vorteile einer Erdgasheizung.
Laut der Emnid Verbraucher-Umfrage würden mehr als ein Viertel, exakt 26,8%, der Heizölkunden zu Erdgas wechseln. Inzwischen sorgt Erdgas sogar in etwa drei Viertel aller neu zum Bau genehmigten Wohnungen für wohlige Wärme. Ein Trend der sich in der Heizungsmodernisierung fortsetzt, wie eine aktuelle Verbraucherumfrage von EMNID beweist. Die generelle Bereitschaft zum Wechsel zu Erdgas hatte der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) als Auftraggeber dieser Studie untersuchen lassen.
Das Ergebnis: Mehr als ein Viertel, exakt 26,8% der befragten Ölheizer, sind bereit zu Erdgas zu wechseln. Auffällig dabei: Die hohen Werte bei jüngeren Menschen zwischen 30 und 39 Jahren (38,2%), bei Leuten mit Abitur oder Studium (35,4%) und Besserverdienenden (33,7%).
Die Notwendigkeit, über die Modernisierung seiner Heizung nachzudenken, steigt mit dem Alter der Anlage. Eine Erhebung des Zentralinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerkes im vergangen Jahr hat ergeben, dass 1,7 Millionen Ölkessel älter als 18 Jahre sind. Dies bedeutet geringe Energieeffizienz, hohe Wartungskosten und eine erhöhe Belastung für die Umwelt. Viele Gründe sich für einen Wechsel zum Erdgas zu entscheiden.

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